1. Weltglaukomtag 6.3.2008

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In Österreich sind laut letztem Mikrozensus von 1998 ungefähr 30.600 Menschen an einem Auge blind, 4.600 Menschen an beiden Augen blind. Durch das Glaukom sind 4.500 zumindest an einem Auge erblindet, sehbehindert sind 35.000.

Aus Studien weiß man, dass 50% der Menschen nicht wissen, dass sie an Glaukom erkrankt sind. Das Glaukom macht keine Schmerzen und lange Zeit keine Symptome. Diese erschreckend  hohen Zahlen veranlassten die Weltglaukomgesellschaft (WGA) und die Welt-Glaukompatienten-Gesellschaft (WGPA) einen Weltglaukomtag erstmalig durchzuführen.

Das Glaukom ist einer Erkrankung, wo es infolge eines Missverhältnisses zwischen Produktion und des gestörten Abflusses des Kammerwassers zu einem so veränderten Augendruck kommt, der für die individuelle Toleranz der Nervenfasern und Ganglienzellen der Netzhaut zu hoch ist. Dadurch sterben sie irreversibel ab (progressive neurodegenerative Optikopathie). Dies äußert sich in Gesichtsfelddefekten, Störungen des Dämmerungssehens und zuletzt in einem Verlust der Sehschärfe. Sehr lange merkt man nicht davon, man spürt auch keine Schmerzen.

Der Hauptrisikofaktor ist der Augendruck, daneben aber auch die positive Familienanamnese, afrikanische Abstammung, hohe Kurzsichtigkeit, Durchblutungsstörungen, hoher und tiefer Blutdruck etc.

Ziel ist es, durch gezieltes Screening von RisikopatientInnen, Veranstaltungen, Vorträge, Pressekonferenzen, Informationsbroschüren, Folder etc die Mitmenschen an diesen "heimlichen Räuber des Sehvermögens" zu erinnern.
Bei frühzeitiger Diagnose und rechtzeitiger Therapie kann die Erkrankung sehr gut mit Tropfen, Laser oder Operationen behandelt werden. Regelmäßige Kontrollen bei den Augenfachärzten/Innen und verlässliche Anwendung der Therapie sind Voraussetzung für eine gute Prognose.

Es gibt auch noch andere Glaukomformen als das "primäre Offenwinkelglaukom", wie zB das "Winkelblockglaukom", welches bei Asiaten häufig vorkommt und Sekundärglaukome, wo eine andere Erkrankung des Auges oder des Körpers zu einem Glaukom führt.

Nur regelmäßige Besuche beim Augenfacharzt/bei der Augenfachärztin mit exakten Untersuchungen ermöglichen eine frühzeitige Erkennung dieser Krankheitsbilder. Nehmen Sie die Gelegenheit wahr und informieren Sie sich bitte!

Sehen ohne Grenzen @ 2002-2014