Papua Neu Guinea 1997

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(Teilnehmer: M. Eckhardt, C. Faschinger)

Verspätet wurden wir vom Augenarzt aus Port Moresby, Dr. Nitin Verma, einem Inder vom Flugplatz abgeholt, da ihm am Vortrag sein Auto von einem Passanten an einer Straßenkreuzung mit vorgehaltener Pistole weggenommen worden war. Dr. Verma hatte die erste Augenabteilung im Spital von Port Moresby aufgebaut und 3 Einheimische zu Augenärzten ausgebildet, wovon einer später erschossen wurde.

Wir flogen nach Tabubil, einem Kupferabbauzentrum nahe der Grenze zu Irian-Jaya und fuhren von dort nach Rumginae, einer kleiner Hüttensiedlung 200 km südlich am Fly River. Dort wurde ein bescheidenes Notfall-Gesundheitszentrum (Pfahlbauhütten mit Ambulanz, Kreissaal, Operationsraum, Station) von einem australischen Arzt und evangelischen Missionar, Dr. Fitzmaurice betrieben. Zahlreiche PatientInnen und Kinder warteten bereits, die meisten mit grauem Star oder dickfleischigem Flügelfell. Nachdem wir uns der extrem einfachen Bedingungen (kein Sterilisator, keine Einmalinstrumente/ Spritzen) bewusst wurden, selektionierten wir die dringendsten Fälle (sehr dichte oder beidseitige Katarakte, Jugendliche). Es gab nicht viel: das tragbare Mikroskop wurde an der wackeligen Liege fixiert, die Lokalanästhesie im Vorraum im Sitzen appliziert, die Instrumente in einem Topf mit Wasser ausgekocht, keine Operationskleidung, Glasspritzen, Handschuhe wurden wieder verwendet. Die PatientInnen kamen direkt von zuhause, tropisch verschwitzt und rußig verschmutzt. Doch groß war die Freude derer, die wieder sehen konnten!

In Papua gilt nach wie vor das Prizip der „compensation“: Aug um Aug, Menschenleben um Menschenleben, später war auch ein Kasuar, ein emuartiger Vogel als Ersatz möglich, welcher erwürgt wurde, hie und da Geld. Wie Dr. Verma (welche inzwischen nach Darwin/Australien weiterzog) meinte: Papua, the country of surprise...
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